Wir sind auf der Suche nach der weiblichen Seite Gottes. Wo finden wir sie?
Die chtonischen (erdverbundenen) Muttergöttinnen des Altertums bis hin zur Erdgöttin Gaia der griechischen Mythologie, bezeugen eine von je her bestehende enge Verbindung der Menschen zu Mutter Erde.
Mitte des 20. Jahrhunderts wurde von der Mikrobiologie die Gaia-Hypothese entwickelt. Sie besagt, dass die Erde, insbesondere die Erdoberfläche einschließlich der gesamten Biosphäre als ein lebender Organismus betrachtet werden kann.
Die lebenspendende Mutterenergie, die die Gesamtheit dieses Lebens hervorgebracht hat, sie ist die weibliche Seite Gottes. Mithin kann die gesamte Natur sowie alles Leben in und auf der Erde als die Schöpfung aus der göttlichen Mutter betrachtet werden.
Wenn wir mit der Natur fühlen, spüren wir die Energie der göttlichen Mutter. Wenn wir die Natur verunstalten, vergehen wir uns an der Schöpfung, an unserer göttlichen Mutter, deren Geschöpfe, also Kinder wir sind. Wenn wir die Natur und alle Lebewesen auf der Erde achten, verehren wir unsere göttliche Mutter. Bei jedem Baum, den wir fällen, bei jedem Lebewesen, das wir töten, müssen wir dieses Opfer an unsere göttliche Mutter verantworten.
Wenn wir im Einklang leben mit der Natur, leben wir in der Verehrung der göttlichen Mutter. Fühlen wir mit Mutter Erde, so sind wir auf der ganzen Welt zuhause.
Der Ursprung des Vaterkultes der Moslems, Juden und Christen ist die babylonische Gefangenschaft der Juden in Mesopotamien, heute Irak. Herrscherinnen der dortigen Kultur waren die Stadtgöttinnen, allen voran Göttin Inanna, später als Göttin Ishtar auch von einem Teil der gefangenen Juden verehrt und mit dem Namen Ashera bis zur Zeit Salomons bekannt und als weibliche Seite von Jahwe, ihrem Gott verehrt. Die Priesterkaste der jüdischen Gefangenen lehnte den Ishtar-Kult ab (die Hure von Babylon). In der Bibel (die ja eigentlich ein Buch der Juden ist) kann man hierzu von den 'Asheren auf dem Berge' lesen. Um die zum Ishtar-Kult übergelaufenen Mitgefangenen zu disziplinieren. wurde der Vater-Kult ins Leben gerufen. Im jüdischen Kultus ist indessen die Schechina als die zu erlösende weibliche Seite Gottes seit je her und immer noch einer der zentralen Gedanken vom Göttlichen auf Erden.
Im christlichen Kultus, der eigentlich von der römisch-katholischen Kurie beherrscht wird, hat der Gedanke der weiblichen Seite Gottes in der Gottesmutter einen sinnverhüllenden Ausdruck gefunden. Dafür musste Christus, der grösste Mystiker aller Zeiten, zum Gott emporstilisiert werden. Der diesbezügliche Streit zwisachen Arius und Athanasius wurde im Konzil zu Nizäa (325 n.Chr.) zugunsten des Athanasius entschieden. Seither ist der Gedanke der weiblichen Seite Gottes in der Gottesmutter verborgen und für das Christentum verhüllt.
Hinter dem Vaterkult ist indessen auch noch ein Männerkult verborgen, der auf die mythologische Gestalt des Adam zurückgeht. Wie der Talmud, der Vorläufer der christlichen Bibel berichtet, hatte Adam eine erste gleichberechtigte Frau, Lilith, die von ihm wegen ihres starken Wesens verstossen wurde. Nach ihr hatte er mit Eva eine unterwürfige Frau, was bis auf den heutigen Tag zur Ungleichheit zwischen den Geschlechtern geführt hat.
Wir werden unter dem Titel 'Lilith kehrt zurück' noch weiter über dieses Thema miteinander sprechen.
Wer ist Gott?
Gott ist weder Vater noch Mutter allein, Gott ist beides und alles, aber nicht alles ist Gott.
Eine Aussage, Gott sei nur Vater, schränkt unseren Gottesbegriff unzulässig ein, erniedrigt Gott.
Gottvater ist eine Seite Gottes, die Seite des Seienden im Sein. Gottmutter ist die andere Seite, das creativ-hervorbringende Ausatmen und Wiedereinatmen der Schöpfung.
Hier auf Erden tragen wir die Seins-Seite Gottes als sein Wille in uns. Und wenn wir sagen: 'Nicht mein, sondern Dein Wille geschehe', sagen wir nichts anderes als: 'Dein Sein sei in mir'.
Wie aber wirkt Gottmutter in uns? Sie wirkt durch alles, was einen Atem hat. Ruach, der Atem Gottes, im Judentum weiblich, wirkt in der Schöpfung und in uns allen. Ausatmen ist säen, Saat in die Erde, Saat in die Menschen, Saat in den Himmel. Alles, was wir ausatmend von uns geben, soll schöpferisch-säend sein. Alles, was aus unserem Munde kommt und nicht schöpferisch-wirkend ist, ist Saat in den Wind.
Gebet geschrieben am 31.August 2008
von ELi 7 in esoterikforum.at
Verehrte Göttliche Mutter,
Du bist es, die allen Wesen der Erde das Leben schenkt
und das Leben nimmt, um es immer wieder neu zu schenken.
Wir danken Dir von ganzem Herzen für Deine Liebe,
Deine Nähe und unser Leben.
Leben heisst, lieben zu dürfen,
in Gemeinschaft zu sein mit Menschen,
die auch die Liebe zum Nächsten,
zu Dir und zu allen Wesen in sich spüren.
Leben heisst, die Geborgenheit, Sicherheit und Zuversicht,
die Du uns gibst, weiterzugeben an alle Wesen der Erde
und an alle, die in Krankheit, Not und Sterben leidend sind.
Leben heisst, unsere Aufgaben zu erfüllen,
die wir hier auf diese Erde mitbekommen haben
und deren Erledigung wir uns vor unserem Hiersein
fest vorgenommen haben.
Leben heisst, Dich zu erspüren auf 1000 Wegen,
an 1000 Orten und in 1000 Begegnungen,
zu wissen, dass da, wo Du bist,
Liebe. Geborgenheit und Zuversicht wohnen.
Leben heisst, Orte in der Natur zu finden,
wo Du in Gemeinschaft mit Menschen sein möchtest,
wo Begegnung, Hoffnung und Heilung stattfinden.
Leben heisst danken, dass wir hier Raum bekommen haben
für diese Zeit des Wirkens und Werdens,
der Höherentwicklung und des Wachsens.
Hilf uns, so bitten wir, dass jedes Wort,
das von unseren Lippen kommt, zu unserem Heile
und nicht zu unserem Unheil führt.
Lass', so bitten wir, im Strahlenglanze Deiner Liebe,
Dein Mitgefühl zu uns fliessen und all unser Denken,
Fühlen und Handeln bestimmen, jetzt und immerfort.
Verehrte Grosse Mutter,
die Du immer wieder neu allen kriechenden und schwimmenden, laufenden
und fliegenden und fest angewachsenen Wesen der Erde das Leben schenkst
und das Leben nimmst, um es wieder neu zu schenken, wir danken Dir von
ganzem Herzen, dass Du ständig um uns bist, uns nährst und kleidest und
alles nachhaltig am Leben erhältst. Du bist um uns und mit uns und gibst
uns jenen festen Halt, den wir brauchen, um im Hier und Jetzt all das
tun zu können, weshalb wir vom Vater hier auf Erden sind.
Wir
bitten Dich mit unserem innersten göttlichen Wesen, hüll uns ein mit
Deinem Glauben und Deiner Hoffnung, in Deinem weiten Mantel der Liebe
und der Geborgenheit, des Vertrauens, der Sicherheit und der Zuversicht,
von Lust und Leid, Freude und Schmerz.
Gib,
dass wir als Kind in Deinen Armen Dein Mitgefühl und Deine strahlende
Lebensfreude empfangen, dass deine Liebe dauerhaft in uns wohne. Halte
deine segnenden Hände über all unser Denken und Tun und geleite uns über die Brücke zum himmlischen Licht unserer göttlichen Seele.
Lass’
uns, so bitten wir, im Strahlenkranze deiner Liebe, mit Allen um uns
herum und in uns glücklich sein, damit wir als deine göttliche Familie
ohne Angst und Sorgen leben können. O göttliche Mutter, lehre und unterweise uns, dass wir recht leben können, mit dir, unseren Nächsten und Jedermann. Amen
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